Sitsofe aus Ghana

1996 trat bei Sitsofe Ametefe eine unerklärliche Schwellung am Kinn auf, die anfänglich mit einem Bienenstich in Verbindung gebracht wurde. Langsam aber stetig vergrößerte sich der Tumor und erreichte am Ende die Größe einer Pampelmuse. Laut Aussage des behandelnden Arztes in Hohoe, Voltaregion, Dr. Mike Tsegbe, handelte es sich um einen Tumor, der dringend operiert werden musste. Die Untersuchung in einer Klinik in Ghana hatte ergeben, dass diese Operation dort nicht durchgeführt werden konnte. Sitsofe Ametefe hatte in wechselnden Intervallen über mehr oder minder starken Kopfschmerz geklagt. Die Zähne des Unterkiefers waren mittlerweile quergestellt und deformiert. Ein Schulbesuch war seit Jahren nicht mehr möglich, da Sitsofe Konzentrationsstörungen hatte und seine Mitschüler ihn ständig hänselten. Diesem psychischen Druck war er nicht mehr gewachsen.

Sitsofe Ametefe kam am 30.04.2002 in Hamburg an. Die Voruntersuchungen wurden gemacht. Die ersten Untersuchungen von Dr. Martin Zellner in der Ahrensburger Klinik ergaben, dass ein großer Teil des Unterkiefers bereits zerstört war. Die Operation war dringend erforderlich, da das Kauvermögen zunehmend eingeschränkt war und die Nahrungsaufnahme sich daher weitgehend auf weiche Nahrung beschränkte und der Tumor immer schneller wuchs. Es wurde klar, das mehrere große Operationen vorgenommen werden müssten, um den Tumor zu entfernen und den Kiefer wieder aufbauen zu können.

Wir danken dem Team der Ahrensburger Klinik für ihr Engagement, der kostenlosen Durchführung der ersten Untersuchungen und der Anteilnahme an Sitsofes Schicksal. Auch dankt der Verein Dr. Dr. Bock in Hamburg für die von ihm gemachten Untersuchungen und die Entnahme der Gewebeprobe.

Im St. Josefshospital in Krefeld-Uerdingen haben jetzt die Ärzte Sitsofe nicht nur sein Gesicht wieder hergestellt, sondern ihm damit auch ein neues Leben geschenkt. In Ghana galt er als verhext, war ausgegrenzt und wurde - auch von den Erwachsenen - geschnitten. Prof. Dr. Dr. Heinz Bull hat mit seinem Team Sitsofe kostenlos operiert, so dass von den gesammelten Spendengeldern die Pflegesatzkosten des Krankenhauses gezahlt werden konnten. Ganze fünf Stunden hat der Eingriff gedauert. Der Tumor musste von innen durch den Mund entfernt werden, damit später im Gesicht keine Narben zurückbleiben. Der über 500 Gramm schwere Tumor war zwar gutartig, hatte aber bereits große Teile des Unterkiefers zerstört. Die Ärzte mussten deshalb provisorisch eine Titanplatte einsetzen.

Ein Jahr will man jetzt abwarten. Dann soll Sitsofe ein neuer Unterkiefer mit Knochenmasse aus seinem Beckenkamm transplantiert werden. Dies ist deshalb so dringend erforderlich, weil er zur Zeit nur flüssige Nahrung zu sich nehmen kann, da er im Unterkiefer keine Zähne mehr hat und ein Zahnersatz nur auf natürlichem Knochenmaterial verankert werden kann. Auch diese Operation mit den erforderlichen Flugkosten, Pflegesätzen u.s.w. wird wieder bei ca. 30.000 Euro liegen, obwohl Prof. Dr. Dr. Bull zugesagt hat, dass er die Operation selbst wieder kostenlos durchführen wird.

Sitsofe ist am 05. Juli 2002 wieder in seine Heimat zurückgeflogen und hat sein neues Leben begonnen: er geht wieder zur Schule und hat keine Schmerzen mehr.

Wenn Sie Sitsofe, der in Ghana darauf hofft, helfen wollen, können Sie über unsere Spendenseite spenden.

Der Verein benötigt dringend Gelder um Sitsofe für die zweite Operation wieder nach Deutschland kommen zu lassen.